Banken berichten von Problemen
"Es gibt offenbar Nachholbedarf bei einigen Netzbetreibern in Bezug auf die im Memorandum genannten Termine", kritisiert Matthias Hönisch, Leiter der Debitkartenstrategie im Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) am Rande der Payment World 2009 Anfang dieser Woche in Frankfurt am Main. "Viele Institute aus unserem Finanzverbund berichten von Probleme mit den neuen Karten im Handel."
Die Netzbetreiber ihrerseits verweisen auf unvorhergesehene technische Problem mit dem neuen Betriebssystem (längere Verarbeitungszeiten, Konflikte mit dem elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) oder dem EC-Cash-offline-Betrieb), die zur Verzögerung der notwendigen Terminal-Updates führten.
Ohne Rücksicht auf den Handel
Teilweise verzichten Händler lieber auf die Anpassungen und nehmen die nur partiell auftretenden Akzeptanzprobleme in Kauf, um ihre bestehende Infrastruktur nicht komplett umstellen zu müssen. Die neuen Karten seien zu früh und ohne Rücksicht auf die bestehenden Systeme im Handel ausgegeben worden, so die Kritik an dem Vorgehen der Banken.
Ende November, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, so die Beteuerungen aller Beteiligten, sollen die Schwierigkeiten mit dem neuen Betriebssystem behoben sein. Händler, deren Terminals Probleme insbesondere mit frisch herausgegebenen Karten haben, sollten sich umgehend mit ihrem Kartenzahlungsdienstleister in Verbindung setzen.
Und als wäre das nicht genug
Mit Wirkung zum 1. November haben die Kreditinstute auch Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) angepasst. Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr bringt dies u.a. mit sich, dass die Gutschriften aus Kartenzahlungen nicht mehr in einer Summe gebucht werden, sondern nach Herkunft der Bezahlkarte separiert werden. Mit bis zu vier Buchungen pro Kassenschnitt/Tagesabschluß ist die Verwirrung komplett. |